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Alkohol und Leber

Alkohol ist der größte Feind der Leber! Auf Dauer werden erheblich Schäden ausgelöst, bis hin zum Tod in der Konsequenz. Aber auch im Hinblick auf den Führerschein ist Vorsicht angebracht. Wer trinkt sollte vor dem Fahren Führerschein und Leber zuliebe einen Alkoholtest durchführen!

Hepagrisevit Fachinfo

 

1. Bezeichnung der Arzneimittel
HEPAGRISEVIT  FORTE-N (Injektionslösung) HEPAGRISEVIT  FORTE-N Filmtabletten

2. Verschreibungsstatus/ Apothekenpflicht
Apothekenpflichtig

3. Zusammensetzung der Arzneimittel

3.1 Stoff- oder Indikationsgruppe
Lebertherapeutika

3.2 Wirksame Bestandteile nach Art und Menge

3.2.1 Arzneilich wirksame Bestandteile nach Art und Menge
1 ml Injektionslösung enthält: Cyanocobalamin 2,5 mg Folsäure 0,7 mg Nicotinamid 12,0 mg
1 Filmtablette enthält: Cyanocobalamin 0,10 mg Folsäure 0,03 mg Pyridoxinhydrochlorid 10,00 mg

3.2.2 Sonstige wirksame Bestandteile nach Art und Menge
1 ml Injektionslösung enthält: Lidocainhydrochlorid 1 H2O 10mg

3.3 Weitere wesentliche Bestandteile (Hilfsstoffe)
1 ml Injektionslösung enthält: Natriumtartrat, Natriumhydroxid, Weinsäure, Wasser für Injektionszwecke
1 Filmtablette enthält: Mannitol, Polyvidon K 30, Hochdisperses Siliciumdioxid, Croscarmellose-Natrium, Magnesiumstearat, Eudragit E 100, Hydroxypropylmethylcellulose, Farbstoff E 172.

4. Anwendungsgebiete
Alle Formen der degenerativen Hepatopathie, insbesondere Fettleber, Leberzirrhose, chronische Hepatien, Nachbehandlung der akuten Hepatitis, Alkoholhepatitis, posthepatisches Syndrom. Alle weiteren Indikationen bei denen eine hochdosierte Vitamin B 12 -Behandlung angezeigt ist.

5. Gegenanzeigen

Megaloblasten-Anämie infolge Vitamin-B12 -Mangels, isolierter Folsäuremangel. Wegen des Gehaltes an Lidocainhydrochlorid sollte HEPAGRISEVIT  FORTE-N Injektionslösung nicht bei schweren Überleitungsstörungen, bei akut dekompensierter Herzinsuffizienz, Bradykardie sowie bei Überempfindlichkeit gegenüber Lokalanästhetika vom Amidtyp angewendet werden.

6. Nebenwirkungen

Es kann zu einer Aktivierung des Kreislaufs kommen, der eine Schlafstörung indiziert. HEPAGRISEVIT  FORTE-N sollte daher nicht am späten Nachmittag injiziert werden. Bei der Behandlung einer perniziösen Anämie kann es zu einem relativen Eisenmangel kommen, der eine entsprechende Substitution erforderlich macht.Bei parenteraler Anwendung von Vitamin B 12 oder in Einzelfällen wurde über Akne, ekzematöse oder urtikarielle Arzneimittelreaktionen sowie über anaphylaktische oder anaphylaktoide Reaktionen berichtet.

Aufgrund des Lidocaingehalts in HEPAGRISEVIT FORTE-N Injektionslösung sind systemische Reaktionen durch schnelle Anflutung (versehentliche i.v.Injektionen, Injektionen in stark durchblutetes Gewebe) oder eine Überdosierung möglich; als toxische Erscheinungen von seiten des ZNS bzw. des Herzens können auftreten: Schläfrigkeit, Euphorie, Unruhe, Krämpfe, Dyspnoe, Sehstörungen, Muskelfascikulieren, Atemlähmung bzw. Bradykardie oder Rhythmusstörungen.

7. Wechselwirkungen mit anderen Mitteln

Verminderte enterale Resorption von Folsäure bei gleichzeitiger Verabreichung von Primidon, Diphenylhydantoin, Phenobarbital, Carbamazepin, Valproat, Sulfasalazin, hormonalen Antikonzeptiva, sowie Folsäure-Antagonisten wie Methotrexat, Trimethoprim, Pyrimethamin und Triamteren.

Nur für die Filmtabletten gültig: Therapeutische Dosen von Vitamin B 6 können die Wirkung von L-Dopa abschwächen. Weitere Wechselwirkungen bestehen mit INH, D-Penicillamin, Cycloserin.

8. Warnhinweise

keine

9. Wichtigste Inkompatibilitäten

Wegen der Instabilität von Vitamin B 12 kann durch Zumischung anderer Stoffe ein Wirk-verlust des Vitamins auftreten. Deshalb dürfen bei der parenteralen Gabe Mischspritzen mit anderen Medikamenten grundsätzlich nicht verwendet werden.

10. Dosierung mit Einzel- und Tagesgaben

Injektionslösung: Zur Einleitung der Therapie und Erreichen eines rasch einsetzenden hohen Blutspiegels ist mit einer Injektion täglich zu beginnen. Nach Abklingen des akuten Stadiums und bei leichteren Erkrankungen kann die Therapie auf wöchentlich 2 – 3 Injektionen reduziert werden. Bei Besserung des Be-schwerdebildes kann auf die orale Therapie mit HEPAGRISEVIT FORTE-N Filmtabletten umgestellt werden.

Filmtabletten: Einzeldosis: 1 Filmtablette Mittlere Tagesdosis: 2g 1 Filmtablette Empfohlene Tageshöchstdosis: 3g 1 Filmtablette

11. Art und Dauer der Anwendung

Die Injektion wird tief intramuskulär durchgeführt.

Die Filmtabletten werden unzerkaut, mit etwas Flüssigkeit zu den Mahlzeiten einge-nommen.

12. Notfallmaßnahmen, Symptome und Gegenmittel

Notfälle unter der Therapie mit HEPAGRISEVIT FORTE-N Injektionslösung oder Filmtabletten sind bisher nicht bekannt geworden.

Symptome einer Überdosierung von Lidocain klingen i. a. aufgrund der kurzen Plasmahalbwertszeit rasch ab. Generalisierte Krämpfe können durch Gabe von Diazepam oder kurzwirksamen Barbituraten durchbrochen werden. Beim Auftreten von AV-Blokkierungen kann Orciprenalinsulfat (Alupent) verabreicht werden, ggf. temporäre Schrittmachertherapie. Bei Blutdruckabfall, je nach Ursache, Gabe von Norfenefrin oder Dobutamin. Falls notwendig, künstliche Beatmung, u. U. Mund-zu-Nase Beatmung und Sauerstoff.

13. Pharmakologische und toxikologische Eigenschaften, Pharmakokinetik und Bioverfügbarkeit, soweit diese Anga-ben für die therapeutische Verwen-dung erforderlich sind

13.1 Pharmakologische Eigenschaften

Folsäure ist nicht als solche wirksam, sondern in der reduzierten Form als Tetrahydrofolsäure, und zwar als Carrier von C 1 -Gruppen. Damit besitzt Folsäure eine zentrale Bedeutung für den Intermediärstoffwechsel aller lebenden Zellen. Die als Prodrug zugeführten Vitamin-B 12 -Derivate Cyanocobalamin und Hydroxocobalamin müssen erst in die beim Menschen wirksamen Coenzyme Methylcobalamin und 5-Desoxyadenosylcobalamin umgewandelt werden. Methylcobalamin ist zur Bildung von Methionin aus Homocystein erforderlich. Bei der Methylierung von Homocystein zu Methionin entsteht freie Tetrahydrofolsäure aus 5-Methyltetrahydrofolsäure, aus welcher nach C 1 -Transfer von Serin die ,,akti-vierten C 1 -Einheiten‘‘ entstehen. Sie sind für die Biosynthese von Purinbasen und Desoxyribonucleinsäure, z. B. im Rahmen der Hämatopoese, von Bedeutung. 5-Desoxy-adenosylcobalamin ist für die Umwandlung von Methylmalonyl-Coenzym A in Succinyl-Coenzym A notwendig. Ein Fehlen führt zu erhöhten Spiegeln an Propionsäure und Methylmalonsäure, die Ursachen der Bildung abnormer Fettsäureketten sind.

Im intermediären Stoffwechsel besteht demnach ein Wirkungssynergismus zwischen Folsäure und Vitamin B 12 , in dem beide Vitamine an der enzymatischen Methionin-Synthase-Reaktion beteiligt sind. Bei diesem Stoffwechselschritt erfolgt der Transfer der Methylgruppe von Methyltetrahydrofol-säure auf Homocystein unter Bildung von Methionin. Bei einem Vitamin-B 12 -Mangel ist diese Reaktion aufgrund eines Cofaktor-Defizits blockiert, woraus eine Verarmung des Organismus an reaktionsfähigen Folatverbindungen resultiert. Diese Verwertungsstörung von 5-Methyl-Tetrahydrofolsäure wird auch mit dem Begriff Methyl-Folat-Falle bezeichnet. Als Folge der Akkumulation von N-5-Methyl-Tetrahydrofolsäure resultieren bei einem Vitamin-B 12 -Mangel erhöhte Folsäure- Konzentrationen im Plasma und erniedrigte Folatkonzentrationen in den Erythrozyten.

Stand Juli 1995

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